Abzugeben und Zuchtstatus


Brutstatus Oktober 2018:

Wichtige Infos:
•  Momentan kann ich weder Vorbesteller noch Interessenten für abgabebereite Jungtiere annehmen!
•  Beim Kauf eines Wellensittichs, bei einem Beratungsgespräch oder einer Besichtigung der Anlage bitte ich um eine vorhergehende Terminvereinbarung per E-Mail bzw. Telefon. Fahrzeuge bitte in der Einfahrt des Hauses parken ( siehe ).



15. Oktober 2018:     Brutstatus 10 - "Der Stoff, aus dem die Albträume sind"



Nun folgt das langersehnte Update. Die letzte Woche war in Bezug auf die Welli-Zucht alles andere als erfreulich, zumal auch das Küken Nummer 1 von Steve und Jaqueline verstorben ist. Die Untersuchung der Blut- und Gefiederprobe im Labor hat ergeben, dass die Küken des Standard-Brutpaares am Polyoma-Virus leiden. Der Befund an Circo-Viren war glücklicherweise negativ. Doch was bedeutet das nun? Zum einen, dass ich die Küken von Steve und Jaqueline erst einmal nicht abgeben werde, da noch nicht klar ist, welche Auswirkungen das Virus auf die beiden Jungtiere haben wird und ob deren Gefieder überhaupt jemals vollständig nachwächst. Zum anderen bedeutet das, dass ich bis auf unbestimmte Zeit eine längere Zuchtpause einlegen werde ... Wieso das denn? ... Kommt weiter unten bei den Fragen. Und da auch immer wieder nachgefragt wird. Natürlich können die armen Kerlchen auch besucht und begutachtet werden. Vor allem die Jungtiere von Steve und Jaqueline sind über diese Abwechslung super happy, da sie dann Ruhe vor ihren Eltern haben und sich als sehr zutraulich erweisen. Ich werde im Folgenden noch ein paar Fragen zu Thema Polyoma aufgreifen. Sollte ich etwas vergessen haben oder jemandem noch eine Frage unter den Nägeln brennen, immer her damit.

Um was handelt es sich bei der Polyoma-Erkrankung?
Eine Infektion mit Polyoma-Viren ist vielen besser bekannt als französische Mauser, trat die Krankheit doch erstmals nach dem Import von australischen Wellensittichen nach Frankreich auf ... daher auch logischerweise der Name der Krankheit. Hierbei handelt es sich um eine virale Erkrankung des Wellensittichs, deren Symptome sich in Gefiederstörungen äußern. Bei frisch geschlüpften Küken kann die Krankheit auch zu neurologischen oder physiologischen Schädigungen führen, die nicht selten in den ersten Lebenstagen schon den Tod bedeuten können. Selbst die Wellensittiche in Australien sind hierbei oft potentielle Träger dieses Virus. Wie die Krankheit nun letzendlich ihren Ausbruch findet ist bislang leider noch wenig erforscht. Allgemein sind virale Erkrankungen oft stressinduziert, aber auch eine unzureichende Ernährung, allen voran ein Eiweißmangel, kann wohl Auslöser für diese Fehlbildungen sein. Da in meinem Fall jedoch auch einige befruchtete Eier abgestorben sind, gehe ich davon aus, dass die Infektion auch schon während des Aktes der Befruchtung eine Rolle spielt, wenn diese nicht sogar anlagebedingt auftritt. Mehrere Bruten hintereinander können diese Problematik mit Rennern unter den Küken bei einem betroffenen Brutpaar auch noch immens verstärken. Da ich jedoch allgemein nur eine, maximal zwei aufeinander folgende Bruten von ein und demselben Pärchen durchführen lasse, gibt mir das schon Rätsel auf, zumal bei mir auch nur zur Brut konditionierte Paare den Weg in eine Zuchtbox finden. Erkennen kann man die französische Mauser auch bei ausgewachsenen Jungtieren an diversen Gefiederstörungen oder einer Flugunfähigkeit bei den betroffenen Wellensittichen. Zudem müssen nicht alle Küken in einem Gelege erkranken. Da manche Jungvögel nie oder nur unzureichend Schwingen ausbilden, die für eine Flugtauglichkeit dringend vonnöten sind, nennt man diese Erkrankung umgangssprachlich auch passenderweise Renner- oder Hopserkrankheit.

Wieso hat es nun gerade die Küken von Steve und Jaqueline erwischt und die Zwerge von Daphne und Rufus sind vollkommen gesund?
In dieser extremen Ausprägung kann davon ausgegangen werden, dass Steve und Jaqueline bereits Träger des Virus waren als sie Einzug in den Schwarm erhalten haben. Auch kann sich jeder Wellensittich durch das Virus über den Gefiederstaub oder Kot infizieren. Wellensittiche, deren Immunsystem gut ausgebildet ist, produzieren in aller Regel Antikörper, um das Virus im Zaum halten zu können. Wie schon bei der Frage zuvor angemerkt, können selbst in ein und demselben Gelege nur bestimmte Jungtiere von der Erkrankung betroffen sein.

Was kann man gegen diese Erkrankung tun?
Leider nur Abwarten und Tee trinken beziehungsweise auf eine Besserung bei den erkrankten Jungvögeln hoffen. Das Virus selbst lässt sich leider nicht einfach so mit einer Spritze oder Pille behandeln. Die einzige Möglichkeit, wie sich die Wellensittiche im Schwarm gegenüber diesem infektiösen Erreger erwehren können, ist durch die Bildung von Antikörpern. Im Zuchtjargon nennt sich dieser Prozess Durchseuchen. Während eines Zeitraums von mehreren Monaten bleiben die Wellensittiche so unter sich, ohne dass sich Neuzugänge in den Schwarm gesellen oder diesen verlassen.

Kann ein Wellensittich nachträglich diesen Virus bekommen?
Ja, definitiv. Ein Wellensittich kann sich in allen Stadien seines Lebens mit diesem Virus infizieren, in der Regel über den Gefiederstaub oder auch Kot von Trägern des Virus. Alttiere erfahren hierbei jedoch nicht die Symptomatik, die bei Jungvögeln auftritt, da diese das Virus meist durch eine gut ausgebildete Immunabwehr im Zaum halten können. Anders sieht es bei den winzigen Nestlingen aus. Deren Immunsystem ist noch nicht so umfassend trainiert, wie die Abwehr adulter Tiere. Deshalb ist die französische Mauser oft ein Problem der Nestlinge und Jungtiere.

Kann ein Mensch auch durch den Polyoma-Virus krank werden?
Nein, aber das ist heutzutage in Zeiten der Vogelgrippe eine durchaus berechtigte Frage. Das Polyoma-Virus ist mit dem Menschen nicht kompatibel. Deshalb braucht man sich hierbei keine Gedanken machen, dass man sich mit den Viren infiziert. Ich habe auch schon jahrzenhntelang mit den gefiederten Zwergen zu tun, lange bevor die Erkrankung im Volksmund angekommen war ... und ich bin der Meinung, dass mein "Federkleid" noch nicht ganz so gerupft ausschaut wie das der Küken von Steve und Jaqueline. Also keine Panik, das Virus kann uns nichts anhaben. Wäre dem so, so hätten auch die Viren der Wildvögel, mit denen wir tagtäglich unweigerlich in Kontakt kommen, der Menschheit längst den Gar ausgemacht. Sei es nun über Staub- oder Kotpartikel von Tauben in Großstädten oder Singvögeln in Parks und Wäldern, vor den Krankheitserregern unserer Tierwelt sind wir nicht gefeit, aber in aller Regel geschützt. Was die Wellensittiche betrifft, so kann man die Erkrankung mit dem Polyoma-Virus bei Wellensittichen fast schon analog zum Herpes-Virus beim Menschen betrachtet werden. Die meisten Wellis sind Träger des Virus, ohne davon zu wissen und können diesen ein Leben lang in sich tragen und auch übertragen, ohne dass die Krankheit je zum Ausbruch kommt.

Wie sich die Küken von Steve und Jaqueline nun letztendlich entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Mama Jaqueline hat jedenfalls das Füttern beinahe eingestellt und ist alles andere als begeistert noch in der Zuchtbox zu sitzen. Doch Steve scheint die Aufgabe übernommen zu haben, wie das Video weiter unten beweist.



Ehemaliges Küken 1 von Jaqueline
Leider nicht vom Glück gesegnet, das Küken Nummer 1 von Steve und Jaqueline. Dieses hat es nicht geschafft und ist schon vor ein paar Tagen während meiner Abwesenheit verstorben. Es wurde jedoch nicht von seinen Eltern zu Tode gequält, wie mir berichtet wurde. Leiden Nestlinge an einem Virus wie beispielsweise Polyoma, kann sich dies rapide auf deren Lebenszeit auswirken. Nun ist es auch kein schreckliches Wunder mehr, dass von den anfangs sieben befruchteten Eiern letztendlich nur zwei Küken gesund geschlüpft sind und bislang ohne größere Zwischenfälle heranwachsen ... bis auf das Federchaos und das Rupfen der Eltern.



Models im Rampenlicht. Der folgende Vergleich zeigt einmal mehr die Entwicklungsunterschiede zwischen den Jungtieren von Daphne und Rufus und Steve und Jaqueline. Hätte Jaqueline ihre Küken nicht so böse zugerichtet, sähen diese mit Sicherheit schon sehr viel besser aus. Durch die schlimmen Erfahrungen mit ihren Eltern sind die zwei süßen Knöpfe von Steve und Jaqueline sehr aufgeschlossen, was den Menschen betrifft. Sie meinen wohl, dass dieser auch nicht mehr schlimmer sein kann, verhalten sich deshalb recht zutraulich gegenüber den Zweibeinern und genießen diverse sorgenfreie Streicheleinheiten.



Daphne Küken 1 vorne Jaqueline Küken 1 vorne Jaqueline Küken 2 vorne
Einmal von vorne, die Nummer 1 von Daphne und Rufus. Fast auf den Tag genau einen Monat alt, aber noch ein Nesthocker. Dennoch erste zaghafte Freiflugerfahrungen hat der Knirps schon. Von vorne betrachtet sehen die Gerupften Nummer 1 und Nummer 2 gar nicht mal so übel aus ... Dem Hähnchen Nummer 2 hat hierbei entweder das Virus oder auch die Mama mehr zugesetzt als seiner weißen Schwester ...

Daphne Küken 1 hinten Jaqueline Küken 1 hinten Jaqueline Küken 2 hinten
Auch ein schöner Rücken kann entzücken. Mehr brauche ich bei dem Zwerg auch gar nicht zu schreiben. ... anders verhält es sich natürlich wieder, wenn man die Rückseite der beiden Zwerge von Steve und Jaqueline betrachtet. ... denn er schaut nicht ganz so toll befiedert aus, wenn man von einer tollen Befiederung bei den zwei Leidensgenossen überhaupt sprechen kann.



Im Visier der Eltern
Heute Abend habe ich Jaqueline auch noch einmal auf frischer Tat ertappt, wie sie die kleine Albino-Dame gequält hat. Ein paar einzelne Verletzungen lassen sich auch noch ausmachen. Die verzweifelten Schreie der kleinen Maus konnte ich auch gar nicht überhören. Das Dumme an der Sache ist nur, dass Jaqueline, nachdem sie ihren Frust an der Kleinen abgelassen hat, ihr Jungtier doch auch noch sporadisch füttert. Vom Alter her gesehen könnte es nun mit der Selbstversorgung schnell gehen, so dass die beiden Kleinwellis das Körnchenfressen hoffentlich bald auf dem Kasten haben. Genug Hirse zum Üben haben sie im Nest und auf dem Boden der Zuchtbox. Zurück aus der Hand in das traute grausame Heim wollen die Beiden fast nur noch gegen ihren Willen. Ich denke bis zum Wochenende kann ich zumindest mal die Jaqueline von der Zucht absetzen. Dann werde ich mal schauen, wie sich der Steve als alleinerziehender Papa so schlägt.



Nummer 2 bekommt ne Mahlzeit
In geheimer Mission, denn der Herr Züchter schleicht sich an. "Von Mama gibt's nicht mehr, Papa lässt sich nur selten im Nistkasten blicken, also muss ich wohl selber was tun," weiß die kluge Nummer 2 und will ja schließlich nicht auf ihre Körnchen verzichten, also macht der kleine Hahn es sich schon außerhalb des Nestes bequem und legt sich auf die Lauer, wenn sein alter Herr zum Futtern auf den Boden kommt. So kann der schlaue Knirps seinem missmutigen Erzeuger gezielt auf die Nerven gehen. Diese ausgeklügelte Taktik scheint aufzugehen, denn sein Kröpfchen ist ziemlich gut gefüllt, zudem lernt er so vielleicht schneller selbst das Entspelzen der Körner. Seine weiße Schwester ist da sehr viel bequemer, scheint jedoch auch mit dieser Art Erfolg für sich verbuchen zu können. Denn sie kann im Gegensatz zu ihrem kleinen Bruder neben ihrer überwiegend gefühlskalten Mutter ihren unentschlossenen Papa in den Nistkasten locken, um diesen dann mit Bettellauten regelrecht zu überrennen ... da hat der große blaue Knödel gar keine andere Chance mehr als die kleine Dame zu füttern.



Daphnes Zwerge Jaquelines Zwerge
Sehr ruhige Gesellen sind die kleinen Küken von Daphne und Rufus. Die Zwerge kann man getrost in eine Schüssel geben und sie bleiben beinahe versteinert an Ort und Stelle liegen, ducken sie sich doch auch regelrecht weg. Dieses Verhalten legen die Original-Australier jedoch auch an den Tag. Würden die Küken freudig einem Räuber in die Klauen springen, sobald sich dieser an einem Nest zu schaffen macht, wäre es ziemlich schnell aus mit der Wellensittichpopulation. Da trotz des ursprünglichen Namens das Minigeflügel bei mir nicht auf der Speisekarte steht, brauchen die Küken auch keine Angst vor dem Herrn Züchter zu haben. Das wissen die kleinen Geier mit der Zeit auch, weshalb aus den misstrauischen Beutetieren recht schnell neugierige und anhängliche Jungsittiche werden. Aber nicht alle Wellensittiche sind von Grund auf scheu. Es gibt immer wieder ein paar Vertreter dieser geflügelten Zunft, die ein immenses Gottvertrauen aufweisen. Das kann den Knirpsen in der freien Wildbahn sehr schnell das Leben kosten. In der Heimtierhaltung ist ein solches Zutrauen natürlich gerne gesehen. Nummer 2 ist hier wieder so ein Dreikäsehoch, der sich gerne von mir kraulen lässt. Viel zu kraulen gibt es bei dem kleinen Mann ja leider nicht, aber selbst die wenigen Federn um sein Schnäbelchen herum, lässt er sich genüßlich durchwuscheln. Das kann natürlich auch daran liegen, dass die zwei schon sehr viel durchgemacht haben und sie hier fernab der Eltern bei der Nistkastenkontrolle dann für einen kurzen Moment recht geborgen fühlen. Denn wie das Video zeigt, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis sich die beiden geschundenen Wellis über ein vollständiges Federkleid freuen dürfen, wenn die Schäden nicht zu groß sind und sie auch gegen das Virus erfolgreich ankämpfen können. Aber die Entwicklung bisher stimmt mich sehr positiv.



Brutpaar 1: Jaqueline + Steve = Kükenaufzucht -> 2 Küken im Nest

Jaqueline Steve
Weibchen: Jaqueline Männchen: Steve



Küken 1 Küken 2
Küken 1 von 2
- Elterntiere: Jaqueline & Steve

Schlupfdatum: 11.09.2018
Geschlecht: weiblich
Farbschlag: Albino
Status:
•  Bleibt vorerst beim Herrn Züchter.
Küken 2 von 2
- Elterntiere: Jaqueline & Steve

Schlupfdatum: 13.09.2018
Geschlecht: männlich
Farbschlag: Normal Dunkelblau
Status:
•  Bleibt vorerst beim Herrn Züchter.




Brutpaar 2: Daphne + Rufus = Kükenaufzucht -> 3 Küken im Nest

Daphne Rufus
Weibchen: Daphne Männchen: Rufus



Küken 1
Küken 1 von 3
- Elterntiere: Daphne & Rufus

Schlupfdatum: 16.09.2018
Geschlecht: schaut nach einem Herrn aus
Farbschlag: Normal Dunkelblau
Status:
•  Sitzt noch im Nest, noch nicht abgabebereit. Vorläufig reserviert.



Küken 2 Küken 3
Küken 2 von 3
- Elterntiere: Daphne & Rufus

Schlupfdatum: 18.09.2018
Geschlecht: noch recht undefiniert
Farbschlag: Normal Dunkelblau
Status:
•  Sitzt noch im Nest, noch nicht abgabebereit. Vorläufig reserviert.
Küken 3 von 3
- Elterntiere: Daphne & Rufus

Schlupfdatum: 22.09.2018
Geschlecht: zu 90% eine Dame
Farbschlag: Normal Dunkelblau
Status:
•  Sitzt noch im Nest, noch nicht abgabebereit. Vorläufig reserviert.