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21. Juli 2019:     Gezähmte Gierschlunde



Nachdem die Aufregung groß war und die Situation der Futterrationierung durch Daphne und Rufus nicht nur den Herrn Züchter verunsichert hat, geht es nun scheinbar wieder bergauf. Denn die ehemals angespannte Lage hat sich ein wenig entspannt. Dies beweist auch das neue Video in welchem Nummer 3 und Nummer 4 recht gelangweilt dem abendlichen Mahl beiwohnen, welches der Herr Züchter den Zwergen doch mit so viel Liebe zubereitet hat Nummer 3 probiert nicht mal, ob die Qualität der Köstlichkeit denn überhaupt in Ordnung geht. Ganz schön harte Restaurantkritiker die beiden Jungspunde.

Gezähmte Gierschlunde
So gelassen, wie die beiden Knirpse auf ihren vollen Bäuchen liegen, können diese gar keinen Hunger haben. Denn wenn die Küken ohne zappelndes Gestikulieren und wildes Kreischen lustlos vom Brei des Löffelchens lutschen, hatten sie wohl schon eine ausgiebige Mahlzeit und ihr Menü für den Abend einfach nur nicht abbestellt. Bestätigt wurde mir diese Sättigung der kleinen Rabauken durch die wieder ordentlich gefüllten Kröpfchen, an denen ich keinen Anteil hatte. Nummer 1 und 2 haben schon in den letzten Tagen sowieso kaum mitgefuttert, konnten sie sich doch mehr Futter bei den Eltern ergaunern als ihre kleinen Geschwister. Es scheint fast so als hätten sich Daphne und Rufus wieder auf ihre elterlichen Pflichten besonnen und lösen den Herrn Züchter endlich wieder von seiner Futterwache ab. Aber psssssst, bloß nicht so laut, sonst kommen die beiden Eltern vielleicht wieder auf dumme Gedanken und lassen sich eine neue Beschäftigungstherapie für den Herrn Züchter einfallen ... Ich bin nur froh, dass es den Küken gut geht und sie sich weiterhin prächtig entwickeln.



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15. Juli 2019:     Der Löffeltest !



Ist ein Test, vor dem sogar der Herr Züchter gehörigen Bammel hat. Denn er verheißt oft nichts Gutes und zieht oft nur Probleme nach sich. Daphne und Rufus gönnen sich wohl eine kleine Fütterungspause. Ich habe sie zwar weiterhin im Nest bei ihren Küken angetroffen und die kleinen Knirpse haben auch fleißig um Futter gebettelt, aber ich habe auch im Laufe des Wochenendes bemerkt, dass abends mehr Futter in den Schälchen übrig blieb als sonst, was natürlich meine Alarmglocken aufläuten ließ. Denn auch wenn Daphne und Rufus sonst ein wenig gestresst waren, so haben sie bislang eigentlich all ihre Bruten zu meiner vollsten Zufriedenheit durchgezogen. Um zu überprüfen, ob sich mein Verdacht erhärtet, dass Daphne und Rufus ihre Babys nicht mehr richtig füttern, folgt mein standardisierter Löffeltest. Das Ergenbis des Tests zeigen die Bilder und das Video. Sind die Racker schon so verzweifelt, dass sie vom Löffelchen des Herrn Züchter schnäbeln, dann haben sie wirklich großen Hunger und bekommen unter Umständen nicht genug von den Eltern zu fressen. Noch ist das Kind jedoch nicht den Brunnen gefallen, denn die Küken betteln noch um Futter und sie werden auch von beiden Elternteilen erhört. Vielleicht rappelt sich das Paar auch wieder auf und übernimmt seine elterlichen Pflichten wieder zu 100 %.

Der Löffeltest 1 Der Löffeltest 2
Der Löffeltest. Hier den Rabenvater ... äh ... Sittichpapa zu spielen lässt mich alles andere als frohlocken. Schlimm steht es um die Zwerge noch nicht, aber ich will dem gewieften Sensenmann auch nicht die Gelegenheit bieten, an den kleinen Leben Hand anzulegen. Da hat er sich geschnitten und so mies bin ich dann auch wieder nicht, dass ich die kleinen Sittiche ihrem Schicksal überlasse. Eine sporadische Zufütterung genügt aktuell jedenfalls noch. Vielleicht ist diese Futterrationierung seitens Daphne und Rufus auch nur von temporärer Natur und ich kann bald wieder entspannt die Füße hochlegen. Die einigermaßen brauchbaren Kochkünste des Herrn Züchters haben sich wohl auch unten den kleinen Wellensittichen rumgesprochen. Anders kann ich mir es nicht erklären, dass die Sprösslinge so sehr auf den nahrhaften leicht angewärmten Aufzuchtbrei abfahren ... natürlich liegt das nicht an der überaus leckeren Futterzubereitung des Herrn Züchters, den kleinen Knödeln knurrt einfach nur mächtig der Magen.



Der Löffeltest
Mit dem Finger schön im Brei herumpantschen. Ich habe bemerkt, dass den Küken ein angewärmter zähflüssiger Brei sehr viel besser mundet als ein kaltes klebriges Etwas, dass sie hinunterwürgen müssen. Deshalb rühre ich das Aufzuchtfutter, dass ich mit Karotte und einem Aufbaupräparat versetzt habe immer mit heißem Wasser an. Damit die Pampe den Winzlingen nicht die Schnäbelchen verbrüht, eben der Fingertest. Den Mamis und manchen Papis dieser Welt ist das sicher nichts Neues, bei den Wellensittichen erwartet man so eine Vorgehensweise jedoch eher weniger. Anfangs noch nicht ganz so begeistert, finden vor allen Nummer 3 und 4 die Zusatznahrung super schmackhaft. Vielleicht geht es bei den Küken aber auch eher nach dem Motto "Der Hunger treibt's rein", denn sonderlich lecker finde ich dieses recht spezielle Baby-Püree jetzt nicht. Aber mir muss es schließlich auch nicht schmecken.



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09. Juli 2019:     VERMITTLUNG: Lenny sucht ein neues zu Hause!



Lenny ist nicht mehr zu haben, da er ein schönes Plätzchen gefunden hat. Danke an alle Beteiligten.




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09. Juli 2019:     Kleine Erfrischung gefällig?



Ein weiteres Thema in den letzten Tagen, welches an mich herangetragen wurde, beschäftigte sich mit der Frage, ob man an seine Stubengeier Wassermelone verfüttern darf? Prinzipiell ist dagegen nichts einzuwenden. Auch meine Zwerge bekommen diesen wasserhaltigen Snack bei Verfügbarkeit ganz gerne mal. Wie schaut es mit dem enthaltenen Zucker aus? Jeden Tag Wassermelone sollte man den gierigen Geiern nicht anbieten, denn auch wenn dieser aufgrund des geringen Anteils die gefräßigen Federbällchen nicht wie einen Hefekuchen aufgehen lässt, so kann er Kandidaten mit diagnostizierter Macrorhabdiose / Megabakteriose durchaus zu schaffen machen. Wobei der Zuckeranteil in Wassermelonen im Verhältnis zu ihrem Gewicht recht gering und gegenüber anderen Früchten gar schon fast zu vernachlässigen ist. Denn diese Melone besteht, wie der Name schon vermuten lässt, zu über 90 % aus Wasser. Wichtige Bestandteile in der Wassermelone sind vor allem diverse B-Vitamine, Vitamin C, Kalium und Magnesium. Auch das Knabbern an der Schale kann bedenklich sein, wenn man den Ursprung und die eingesetzten Pflanzenschutzmittel nicht kennt und sollte bei Bedarf entfernt werden. Das komische Kürbisgewächs nehmen meine Wellensittiche auch ganz gerne an, wenn sie sich an die eher seltene Nascherei auch jedes Mal wieder neu gewöhnen müssen.

Wassermelone 1 Wassermelone 2
Einer muss der Erste sein. Die Gruppe kann noch so groß und im Falle der Wellensittiche auch lautstark schimpfend und frech sein, sobald es darum geht, sich freiwillig an eine neue oder ungewohnte Situation zu trauen und den Anfang zu machen, werden viele Wellensittiche plötzlich ganz klein mit Hut. Gut, dass auch mutige Vertreter unter Fluchttieren zu finden sind. Nymphensittich Todo gibt sich in diesem Fall nicht die Blöße und geht voran.



Wassermelone 3 Wassermelone 4
Hat sich mal ein Freiwilliger getraut, dauert es meist nicht lange, bis die anderen begreifen, dass alles halb so schlimm ist und das neue Objekt keine Wellensittiche zum Frühstück verspeist. Selbst die eher schüchterne Ruth konnte den Leckereien nicht wiederstehen. Unbekannte Dinge kann man den Vögeln durch gewohnte Lieblingsschleckereien schmackhaft machen. Knuspern sie dann an ihren geliebten Knabbereien, versuchen sie sich auch sehr schnell an eher nicht alltäglichen Futtermitteln, wie in diesem Fall der Wassermelone.



Wassermelone 5 Wassermelone 6
Den gealterten Rosenkavalier Pablo vor die Linse zu bekommen ist gar nicht so einfach, da er aber Karotte abgöttisch liebt und die Wassermelone farblich in eine ähnliche Kerbe schlägt, ließ er sich nicht lange bitten. Lia genießt lieber die wässrige Mahlzeit als sich der Familienplanung zu widmen ...



Wassermelone 7 Wassermelone 8
... immerhin teilt sie sich diese Gemeinsamkeit mit ihrem Mann Bruno. Auch Steve schnabulierte den wasserreichen Snack. Schließlich wollte er auch die grüne Dame Bonnie beeindrucken, auf welche er seit seiner eher misslungenen Teilnahme an der Beobachtungsstudie ebenso ein Auge geworfen hat.



Und noch kurz zu den Küken, denn hier hat der Herr Züchter dieses Mal Glück. Da die Brut von Daphne so ungewohnt vorbildlich verläuft, gibt es kaum etwas Spektakuläres zu berichten. So lässt sich die Sensationssucht mancher Leser natürlich wenig befriedigen, aber diese unkomplizierte Brut beschert mir dafür auch keine schlaflosen Nächte ... könnte ich mich doch glatt dran gewöhnen ... Da muss ich jetzt gleich mal auf Holz klopfen ... Wobei ich an dieser Stelle auch anmerken muss, dass sich Daphne und Rufus bislang bei all ihren Bruten als problemloses Paar herauskristallisiert haben. So darf es jedenfalls gerne weiter gehen. Die vier Zwerge passen schon seit ein paar Tagen nicht mehr in das kleine Becherchen, so dass sie zum Großreinemachen nun temporär in ein geräumigeres Gefäß umsiedeln müssen. Durch die anhaltende Nachfrage nach weiteren Küken hätte ich mich für eine Millisekunde auch beinahe dazu hinreißen lassen, Rufus und Daphne eine zweite nachfolgende Brut anzuvertrauen. Aber Rufus hinterlässt mir den Eindruck als würde ihn sein Vatersein momentan maximal auslasten und er sich nach einer wohlverdienten Pause sehnen, um mit den anderen im Pool plantschen zu können. Denn hier kann er aktuell nur wehmütig aus der Ferne zuschauen, wie die anderen ihren sommerlichen Freizeitaktivitäten nachgehen, während er die Kinder hütet. Daphne unterstützt ihren Hahn Rufus auch fleißig bei der Fütterung der Nachkommen, dazu macht sie auch regelmäßig das Nest sauber. Aber auch an ihr geht die Brut nicht spurlos vorüber. Und auch wenn die Temperaturen aktuell wieder auf ein annehmbares Maß gesunken sind, so reicht es den Beiden wärmetechnisch trotzdem noch vollkommen. Eine zweite Brut während eines möglichen Hochsommers, dazu noch ohne ein paralleles Ammenpaar, kann daher auch ganz schön ins Auge gehen. Da ich die Gutmütigkeit der Beiden nicht über Gebühr strapazieren möchte, bekommen sie nach ihren vier Küken erst einmal die geplante Ruhe verordnet. Zum Ausklang auch noch ein paar aktuelle Schnappschüsse der Kükenbande. Denn noch kann man sich an den goldigen Knirpsen ergötzen, welche so unglaublich schnell erwachsen werden.

Daphne ganz geschafft Rufus ein wenig gestresst
Eltern am Limit. Gerade mal grob Halbzeit bei der Kükenaufzucht und Daphne schaut schon ziemlich geschafft aus. Aber auch ihr Gatte Rufus hat schon bessere Tage gesehen. Eine Wellensittichbrut ist nicht zu unterschätzen. Sie schlaucht die Elterntiere ungemein und sollte nur mit gut konditionierten Tieren angestrebt werden.



Küken in der Schüssel 1 Küken in der Schüssel 2
Lohn der elterlichen Mühen sind jedoch die vier kleinen putzigen Küken, die den immensen Kraftakt erträglicher machen. Denn trotz des warmen Klimas haben Daphne und Rufus ihren verantwortungsvollen Job bislang gut gemeistert.



Küken in der Schüssel 3
Und so können sich die Mini-Papageien getrost ihrem Schönheitsschlaf widmen.



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30. Juni 2019:     Von der Brutshitze, leidenschaftlichen Waschwellis und putzigen Spätzchen



Die beinahe andauernde Hitze macht nicht nur uns überwiegend unbehaarten Affennachfahren in diesen Tagen schwer zu schaffen. Auch die Abkömmlinge der Reptilien in Form meines gefiederten Kleingeflügels haben ganz schön an der Wärme zu knabbern. Und dies sogar so sehr, dass sich die vier kleinen Küken in den letzten Tagen fast nur noch selbst gegenseitig wärmen. Da kann man schon ein wenig aus der Fassung kommen, wenn beide Elternteile beinahe nur noch außerhalb des Nistkastens sitzen und überhitzt die Flügel abstellen. Aber als ich mir Daphne und Rufus "schwitzend" in der Zuchtbox angesehen und einen flüchtigen Blick auf das Thermometer des eigentlich ganzjährig angenehm temperierten Zuchtraumes geworfen habe, war mir die Ursache für diesen Brutstreik schon klar. Denn Mama Daphne bemerkt sehr wohl ganz intuitiv, falls es ihren Sprösslingen zu warm wird und weiß es deshalb viel besser als der Herr Züchter, wann die Knirpse unter ihre Fittiche müssen und wann sie es sich erlauben kann ihrem genauso leidenden Göttergatten abseits des Nestes Gesellschaft zu leisten. Hinzu kommt noch der Umstand, dass die Wellensittiche die hochsommerlichen Temperaturen nicht wie wir Menschen einfach wegschwitzen können. Denn diese besitzen nicht die Möglichkeit dieser ausgeklügelten Regulation der Körpertemperatur und müssen sie sich dadurch anderweitig behelfen. Wie diese das anstellen, zeigt im Video Vati Rufus. Durch Ausbreiten der Flügel vergrößert der Herr die Oberfläche, mit welcher er recht effektiv Wärme abführen und zeitgleich seinen Körper kühlen kann. Den Schnabel zusätzlich noch rhythmisch zu öffnen und zu schließen wäre noch so ein Zeichen, dass dem Wellensittich die Hitze gnadenlos zusetzt und dieser durch dieses Verhalten versucht, Wasser über Mundraum und Schleimhäute verdunsten zu lassen um einen Kühlungseffekt für seinen überhitzten Körper zu erreichen.

Und wie warm soll es jetzt während einer Brut denn sein?
Als idealer Temperaturbereich für eine Brut hat sich eine Temperatur zwischen 15 °C und 21 °C bewährt. Bei sehr kühlen Temperaturen unter 10 °C sollte man die Brut durch eine Beheizung des Zuchtraumes unterstützen, damit die Weibchen nicht zu viel Energie während der sowieso schon kräftezehrenden Brut aufwenden müssen. Auch hohe Temperaturen jenseits der 30 °C können bei Hennen und Küken gesundheitliche Probleme herbeiführen. Denn auch wenn man annehmen mag, dass die Wellensittiche als Australier doch mit großen Temperaturschwankungen umgehen können müssen, so ist das Leben in der Wildnis unter solch extremen klimatischen Bedingungen alles andere als ein Zuckerschlecken. Rufus und Daphne lüften ja schon ihre Flügelchen in dem durchaus noch wohlig temperierten Zuchtraum bei 24 - 28 °C. Und meinen vor Jahren noch freilebenden Wellensittichen hat man mit Außentemperaturen jenseits der 36 °C im Schatten auch keinen wirklichen Gefallen getan. Wichtig auch: Ein täglicher Wasserwechsel ist sowieso immer anzuraten und während solch heißen Zeiten ein essentielles Muss. Denn bereits innerhalb eines Tages vermehren sich in der wohlig warmen Plörre fröhlich fiese Keime. Wenn man deren exponentielle Populationsexplosion nun hinzuzieht, so ist das Wasser nach zwei oder mehr Tagen völlig verdorben, was im schlimmsten Fall Auswirkungen auf die Gesundheit der Küken hat und sogar bis zu deren Tod führen kann. Ich habe daher gute Erfahrungen mit einem zweiten Satz an Trinkgefäßen gemacht, der stetig desinfiziert und rotiert wird um den üblen Wassertierchen Einhalt zu gebieten.

Welli mit integierter Kühlfunktion
Heiß und gestresst, daher stellt Papa Rufus seine Flügelchen ab und zittert auch ein wenig. Eine andere Möglichkeit, wie sich die Knirpse etwas Abkühlung während dieser Hitzewelle verschaffen können, zeigt Großwelli Steve. Diese Methode ist jedoch für Paare, die gerade Küken großziehen nicht zu empfehlen, da die Feuchtigkeit des nassen Gefieders der Eltern die Kleinen ruckzuck auskühlen kann. Die Salatbar direkt am Schwimmbecken war inklusive. Und so kann ich es an dieser Stelle nur immer wieder anmerken. Bei dem Grünzeug sollte man auf eher mit weniger Pestiziden belastete Bioware zurückgreifen, ansonsten tut man seinen Zwergen hierbei auf längere Sicht keinen Gefallen. Nun aber zum Video ...



Steves wilde Waschroutine
Viel lässt der aufgepumpte hellblaue Schwamm seinen Mitbewohnern nicht über, denn Steve badet die Wanne beinahe bis auf den letzten Tropfen schamlos leer. Da kann der Leopold nur ungläubig am Beckenrand beiwohnen und für den Ronny reicht es gerade mal geschwind seinen flauschigen Hintern in den Pool zu tunken und für einen schnellen Schluck von Steves Brauchwasser. Zudem scheint Steve an einem Waschmaschinenfetisch zu leiden. Denn seine atemberaubende Badeakrobatik wird umso energischer, sobald ich die Waschmaschine während seiner Körperpflege in Betrieb habe und diese gerade beim Durchlüften des Zuchtraumes besonders schön in Fahrt kommt.



Becherbabys
Zum Schluss noch etwas für's Herz. Nummer 1 und 2 bekommen schon ihren Flaum. An den Flügelspitzen und am Ansatz für das Schwänzchen warten bereits die ersten Federn auf den Ausbruch aus ihren Kielen. Hier kann ich mich doch tatsächlich kurz halten, habe ich bislang doch keine Beanstandungen zum Brutverhalten von Daphne und Rufus zu vermelden.



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24. Juni 2019:     Das Quartett ist komplett



Alle Küken sind nun da und werden noch ungefähr acht Wochen benötigen, bis sie voll befiedert und abgabebereit sind. Erst wenn die Vierlinge den Zuchtraum selbstständig unsicher machen und dem Herrn Züchter hoffentlich gehörig auf den Wecker gehen, sind sie soweit, dass sie ein neues Heim auf den Kopf stellen können. Noch sind die vier kleinen Würmchen, bis auf minimalen Kükenflaum, absolut nackig, teils noch blind und vollkommen auf Mama Daphne angewiesen. Für manch einen sehen die kleinen Krummschnäbel vielleicht noch nicht ganz so putzig aus. Doch so zügig wie sie wachsen, werden sie schon bald sehr flaumig daherkommen. Und da es schon ein paar Anfragen gab, ob Daphne nach dieser Brut noch einmal nachlegt. Das habe ich momentan nicht vor, da die kleine gelbe Dame nun erst einmal ihre vier Zwerge bei diesen warmen Temperaturen ohne weiteren Druck aufziehen soll. Eine nachfolgende Brut gibt es bei ihr und Rufus deshalb höchst wahrscheinlich erst wieder nach frühestens einem halben Jahr bis zu einem Jahr Regenerationszeit, je nach Kondition. Bei meinen anderen Paaren schaut es derzeit eher mau aus, was eine Brut angeht. Deshalb gibt es für dieses Jahr vorerst mal nur die vier kleinen Geier, denn da möchte ich keine falschen Versprechungen machen.

Gruppenfoto der Geschwister
Gruß aus der Kinderstube. Hier ist jetzt schon mehr los. Alle vier Zwerge warten gemeinsam dösend auf ihr sauberes Nest. Die restlichen unbefruchteten Eier habe ich aus den schon zuvor genannten Gründen der Hygiene und auch der zusätzlichen Wärmeabsorption nun entfernt. Die Wärme, die Daphne an die vermeintlich bewohnten Eier abgibt, soll vollkommen den geschlüpften Küken zugutekommen. Denn auch wenn die momentanen Außentemperaturen einen ein klein wenig ins Schwitzen bringen und man daher meinen könnte, die unbefiederten Knirpse frieren nicht, so kühlt solch ein Küken ohne Flaum und ohne wärmende Mutter unheimlich schnell aus und könnte im Extremfall sogar versterben. Daher ist auch beim Putzen der Nisthöhle der frisch geschlüpften Nackedeis immer eine gewisse Eile geboten, wenn man mit diesen zerbrechlichen Wesen auch stets umsichtig umgehen sollte. Und noch eine kurze Ergänzung zum Thema Befruchtung. Man mag Papa Rufus vielleicht vorwerfen können, dass man ihn mit seinem Schnabel quasi aufs Futter stoßen muss, damit er selbiges findet, aber bei der Kükenproduktion macht ihm zumindest in meinem Schwarm aktuell keiner etwas vor. Nun könnte man an der Befruchtungs- und Schlupfquote vielleicht herumnörgeln, die gerade mal bei 50% liegt. Da ich aber Daphne nicht überfordern möchte und nach sechs befruchteten Eiern sowieso eine Geburtenkontrolle durch rechtzeitiges Austauschen frisch gelegter Eier durchgeführt hätte, passt das Ergebnis doch wunderbar.



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18. Juni 2019:     Babys bringt der Klapperstorch



Wer hier fleißig mitliest, der weiß natürlich, dass dies ausgemachter Unsinn ist. Für den Kükenschlupf sind hier allein Daphne und Rufus verantwortlich ... und vielleicht noch der Herr Züchter, der die beiden vormals getrennt lebenden Wellensittiche wieder zusammengebracht und deren Bruttrieb aktiviert hat. Wer es nicht glaubt, kann hier gerne mal nachschauen, wie das mit den Küken ohne irgendwelche märchenhaften Mythen vonstattengeht ( klick ).

Der Storch und das Küken1 Der Storch und das Küken2
Na ganz toll ... der Herr Züchter spielt mal wieder mit seinen Plüschtieren ... gääähn ... wie unfassbar langweilig. Das mag natürlich sein. Aber das Foto zeigt auch ein ziemlich interessantes und putziges Detail, welches man mit bloßem Auge auf diese Entfernung kaum wahrzunehmen vermag. Es sei denn man hat besonders scharfe Äuglein oder eine optimal eingestellte Sehhilfe. Denn schaut man mal genauer hin, kann man erkennen, was der Klapperstorch doch tatsächlich im Gepäck hatte ... ein winzig kleines Wellensittichküken. Nicht irgendein Wellensittichküken, sondern das Küken Nummer 1 von Daphne und Rufus, welches heute Abend seinen Ehrentag hatte.

Der Storch und das Küken3
Treibt man das Spielchen gar noch eine Stufe weiter, lässt sich beim frisch geschlüpften Sprössling zusätzlich der sogenannte Eizahn ausmachen. Dieser spitzige weiße Fortsatz an der Schnabelspitze ist härter als Kruppstahl, schärfer als Diamant und damit die ideale und naturgemachte Lebensversicherung eines fertig entwickelten Kükens, um sich zu gegebener Zeit selbstständig und ganz ohne Mamas Hilfe aus dem Ei schneiden zu können. Der Eizahn fällt nach dem Schlupf innerhalb kurzer Zeit einfach ab, denn er wird ja auch nicht mehr benötigt. Schlau gelöst von Mutter Natur.

Auf der Waage Vermessung
Das Gewicht stimmt. Der Knirps steht auch nach dem Schlupf auf jeden Fall gut im Futter und liegt mit seinem Gewicht damit voll im Rahmen. Und wenn der Herr Züchter mit dem Lineal nicht so dilettantisch Maß nehmen würde, dann käme der Zwerg auf folgende Daten ... Küken Nummer 1:
Schlupfdatum: 18.06.2019
Schlupfzeit ca. 19:00 Uhr
Gewicht: 2,2 Gramm
Größe: ca. 30 mm



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13. Juni 2019:     Freud und Leid



... liegen immer eng beieinander, so auch in der Wellensittichzucht. Denn auf der einen Seite erfreue ich mich an den wunderbar heranwachsenden Küken, auf der anderen Seite gibt es auch einen schmerzlichen Verlust zu vermelden. Je nachdem, wann Mama Daphne mit der Bebrütung ihres Geleges begonnen hat, hätte Küken Nummer 1 rein rechnerisch in diesen Tagen schlüpfen müssen. Doch das Bild weiter unten zeigt eindeutig, dass das Herz des kleinen Lebewesens aufgehört hat zu schlagen. Weder Mutti Daphne noch Vati Rufus trifft hier die Schuld, denn auf solch einen Brutverlauf muss man immer gefasst sein, auch wenn es jedes Mal schwerfällt. Jetzt kann man natürlich vortrefflich darüber philosophieren, ab wann ein Wesen nun wirklich lebt. Eine eigene Meinung kann sich jeder anhand des Videos weiter unten bilden, welches einen nur wenige Tage alten Embryo zeigt. Wenn Gott will, dann schlüpfen aus den nachfolgenden Eiern noch einige Küken. Ich bin diesbezüglich aber sehr zuversichtlich, dass die anderen Zwerge ohne weitere Zwischenfälle zur Welt kommen. Damit Daphne so langsam mit der Eiablage stoppt, habe ich das abgestorbene Ei nicht einfach nur aus dem Nest entfernt, sondern dieses gegen ein Plastik-Ei ausgetauscht.

Neues Leben Vergangenes Leben
Leben entsteht ... ... und Leben geht.


Während die Geschwister des ersten Kükens munter in ihren Eiern heranwachsen, hat es das erste Küken in Ei Nummer 1 leider nicht geschafft. Auch wenn die Fokussierung mit der Kamera auf ein belebtes Ei immer recht knifflig ist, kann man bei der befruchteten Variante den Herzschlag des mikroskopisch kleinen Bewohners im oberen Drittel des Eis erahnen (linkes Bild). Ist ein Embryo abgestorben, so verfärbt sich dessen Körper unnatürlich dunkel (rechtes Bild). Dem Ei sieht man diese Verfärbung oft schon äußerlich an, kann diese aber immer zweifelsfrei mit einer Schierlampe bestätigen. Wichtig ist, dass man das abgestorbene Ei aus dem Nest entfernt. Denn Bakterien, die sich durch den Tod des winzigen Lebens bilden, können beim Aufplatzen des Eis das Gelege oder gar geschlüpfte Küken gefährden.

Bei Lia und Bruno hat sich rein gar nichts getan. Ihren Gesichtsausdrücken nach kamen sich die beiden Wellis immer noch wie ein zu lebenslang verurteiltes Knastpärchen vor. Dabei hat sich Bruno zu Beginn des Ansetzens noch so um seine Herzensdame bemüht und versucht diese zur Brut zu animieren. Schlussendlich hockte auch er nur noch resignierend neben seiner eingeschnappten Lia und kraulte diese unnachgiebig, um deren Stimmung wieder ein wenig aufzuhellen. Wenn ein Wellensittichpärchen dann auch überhaupt keine Anstalten macht brüten zu wollen, die beiden zur Brut angedachten Vögel sich nicht einmal den Nistkasten anschauen und nach über zwei Wochen noch kein Brutkot zur Ankündigung der Eiablage abgesetzt wird, schaut das nicht gerade nach einer gewollten Familienvergrößerung aus. Ist zwar schade, kann ich aber leider nicht ändern, da ich meinen Zwergen keine ungewollte Brut auf's Auge drücken möchte. Von daher habe ich Lia und Bruno, wegen allzu guter Führung, wieder zu den anderen in die Freiheit entlassen.

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4. Juni 2019:     Was Frauen wollen



ist nicht nur seit Anbeginn der Menschheit ein ewiges gesellschaftliches Mysterium, welches vor allem die männliche Welt oft genug an den Rand der Verzweiflung treibt, sondern eine berechtigte Frage, die selbstverständlich auch Gegenstand zahlloser wissenschaftlicher Forschungen ist und den Herrn Züchter bislang im völlig Dunkeln tappen ließ. Denn dieser stand die letzten Monate oft verzweifelt kopfkratzend vor seinem weiblichen Schwarmbesatz, um diesen rätselnd zu begutachten, da sich die Damen bekanntermaßen allesamt als sehr brutfaul erwiesen haben.

Wie dem auch sei beschäftigten sich während einer ganz bestimmten Studie, welche taufrisch dieses Jahr im Januar veröffentlich wurde, vornehmlich chinesische und niederländische Forscher mit genau dieser Frage und der daraus resultierenden Annahme, dass Männchen, die Probleme lösen, auf weibliche Wellensittiche attraktiver wirken. Das vollständige Paper in englischer Sprache kann sich der geneigte Hobby- oder Berufsgelehrte gerne genauer zu Gemüte führen [1].

Quintessenz des Auswahlverfahrens der Damen war hierbei die Intelligenz ihres männlichen Gegenübers. So wählten die Weibchen in aller Regel einen Hahn als Partner, der sich als besonders gebildet hervortat und vor allem sehr lösungsorientiert komplizierte Probleme gekonnt mit seinem cleveren Hirnschmalz denn mit purer Muskelkraft überwand. Nach genügend und vor allem erfolgreichem Training hatten bei den Damen sogar diejenigen Herren plötzlich eine Chance, die vormals kläglich bei den Weibchen scheiterten, weil sie aufgrund ihres ehemals mangelnden Intellekts gnadenlos durch das wählerische Raster der holden Weiblichkeit gefallen sind. Die erworbene Problemlösefähigkeit bei verschmähten Männchen führte letztendlich zu einer Steigerung der Attraktivität bei eben jenen Männchen gegenüber den Weibchen, welche die trickreiche Aufgabe unter Beobachtung der weiblichen Wellensittiche meisterten und somit die Damenwelt nachhaltig beeindrucken und dadurch den ein oder anderen flatterhaften Bund für's Leben schließen konnten.

Schon der britische Evolutionstheoretiker Charles Darwin vertrat die Ansicht, dass ein Kriterium der Partnerwahl direkt mit den kognitiven Fähigkeiten eines potentiellen Paarungspartners korrelieren könnte. Dabei beschränkt sich die durchaus gewagte Hypothese einer solchen sexuellen Selektion nicht nur auf das Tierreich, sondern scheinbar auch auf die menschliche Zivilisation, was in den nachfolgenden evolutionären Schritten wiederum zu einer Weiterentwicklung der Gesellschaft geführt hat. Denn Cleverness im Alltag hilft nicht nur Futter zu beschaffen, sondern sich auch veränderten Umweltbedingungen anzupassen. Eine solche Anpassung, Aufmerksamkeit und Aufgabenbewältigung ist in den dürren Weiten Australiens für die kleinen geflügelten Ureinwohner auch dringend überlebensnotwendig.

Für einen hochbegabten Mann ließen der Studie nach scheinbar sogar bereits fest vergebene Wellensittichweibchen ihren alten Hahn, der nicht genügend Masse im Oberstübchen aufweisen konnte kurzerhand sitzen, um sich dann an den auserwählten Intelligenzbolzen ranzuschmeißen. Doch den Mädels der Welli-Schöpfung darf man hier keinen Vorwurf machen und ihnen irgendwelche Moralpredigten halten. Ganz ihrem natürlichen, schon seit Urzeiten vorhandenen Instinkt denken die Weibchen verständlicherweise während ihrer Partnersuche nur sehr pragmatisch. Ein schlauer Kopf kann viele Schnäbelchen stopfen. Und so taugt ein männlicher Partner mit Grips in der grausamen Welt der Wellensittiche, in welcher jeder gröbere Fehler beinahe unweigerlich den Tod eines Partners oder gar der ganzen Familie bedeuten könnte, sehr viel mehr als angedachter Ernährer der Familie als ein Hähnchen, das es sich eher zur Lebensaufgabe gemacht hat, ohne geistige Fleißarbeit einfach vom Tellerchen anderer zu stibitzen und dabei noch den großen Zampano zu spielen.

Doch wie kann man diese gewagte These, die das wellische Frauenbild nicht gerade in einem Glanzlicht erstrahlen lässt, denn überhaupt beweisen? Denn die krude Behauptung, dass Wellensittichweibchen intelligente Männchen bevorzugen, kann ja schließlich jeder Kleingeist grundlos in die Welt setzen, um damit die heile Welt der einst gerne als lebenslang propagierten Welli-Ehe in Frage zu stellen. Neben dem spielerischen Aspekt der Beschäftigungstherapie für meine Schnabeltiere hat es mich durchaus interessiert, wie die Wissenschaftler ihre Behauptungen belegen konnte und ob ich, der zu Jahresbeginn bekanntermaßen noch unter einem akuten Kükennotstand litt, dadurch nicht wieder Schwung in das Liebesleben meiner lethargischen Federbande bringen könnte. Wie haben die Akademiker denn nun ihre Behauptung untermauern und gar beweisen können? Das war so simpel, wie effektiv, wodurch ich die Studie zumindest in Teilen in der Voliere nachstellen konnte. Mehr brauchte ich nach diesem ersten Testversuch auch gar nicht zu wissen, da mir nun völlig klar ist, wie meine Wellensittichweibchen und auch -männchen wirklich ticken. Doch nun zur eigentlichen Studie.

In der Studie kamen zweierlei Problemboxen zum Einsatz. Einmal die einfache Variante, welche nur eine Petrischale benötigte, zum anderen die härtere Nuss in Form einer kleinen transparenten Kiste, an deren Inhalt man nur durch das Anheben eines Deckelchens, dem Öffnen eines Türchens und dem Herausziehen eines kleinen Behälters gelangte. Diesen nachfolgenden dreistufigen Test habe ich meinen Wellensittichen bislang erspart, denn meine Herren haben sich schon gar nicht an den ersten, vermeintlich leichten, einstufigen Versuchsaufbau gewagt und sich damit sowieso schon für weitere Studien disqualifiziert. Dass meine Damen auch den komplizierteren Mechanismus knacken würden, daran hege ich jedoch keine Zweifel. Nun habe ich an dieser Stelle schon ein wenig den Ausgang meines persönlichen Experiments vorweggenommen.

Denn wie konnte es auch anders sein. All das, was in der wissenschaftlichen Studie nachgewiesen werden konnte, traf bei meinen Wellensittichen natürlich mal wieder nicht zu, wurde der Ausgang im heimischen Bereich sogar vollkommen auf den Kopf gestellt. Denn meine Damen lösten ihre Probleme selbstsicher auf eigene Faust und ließen die verdutzten Jungs, die sich an der Aufgabe nur ihre hübschen Schnäbelchen ausgebissen haben, links liegen. Sie dachten sich eher, wenn ein Hahn etwas von ihnen möchte, dann soll er sich anderweitig ins Zeug legen, mit Körnchen können sie sich schon alleine versorgen. Wobei man meine Versuchsnachstellung als auch die weiteren Kommentare zu meinen Probanden nicht bierernst nehmen sollte. Eine streng wissenschaftliche Durchführung und sachliche Protokollierung schauen gewiss anders aus. Dafür hatten vor allem meine Studienteilnehmerinnen ihren Spaß, wie folgende Abhandlung deutlich macht.

Studie-Versuchsaufbau Studie-Proband Ronny
Sind die Sicherungen des Herrn Züchters jetzt vollends durchgebrannt? Aber nein! Das ist doch nur die Nachbildung des Versuchsaufbaus, mit welchem die Wissenschaftler ihre Laborsittiche auf die Fähigkeiten in der angewandten Problemlösung getestet haben Et voilà! Eine ganz ordinäre Petrischale mit Deckelchen. Keine Hexerei, keine schwarze Magie. Einfach nur das Gefäß mit passendem Deckel und einem Inhalt, für den die krummschnäbligen Probanden alles tun würden. Diese primitive Versuchsanordnung hat der Herr Züchter gerade noch so hinbekommen, wurde er doch durch seine klugen Kleinpapageien während des Aufbaus penibel unter die Lupe genommen und ebenso bewertet, wenn für ihn auch in einer unverständlichen Sprache. Streng wissenschaftlich gesehen hätte der Herr Züchter zwei Tiere zusammen von den anderen separieren müssen. Da er aber seinen Wellensittichweibchen die freie Wahl unter den Männern erhalten wollte, hat er die Versuchsanordnung dem kompletten Schwarm zur Verfügung gestellt. Damit sich auch ja alle Herren der Schöpfung daran beweisen können und sich nicht noch womöglich um den Test drücken würden. Das große Rätselraten gepaart mit einer geistig äußerst unsicheren Zurückhaltung bei der Problemlösung ... entgegen der wissenschaftlichen Studie vor allem bei den männlichen Teilnehmern, die ansonsten ja gerne mal vor den Damen einen auf dicken Max machen und sich mutig auch an unbekannte Dinge heranwagen, um beim weiblichen Geschlecht als Versorger der Familie positiv punkten zu können. Nun ja meine Herren, das üben wir noch. Wie es besser geht zeigt die folgende Probandin eindrucksvoll.



Studie-Probandin Anna 1-Problemstellung Studie-Probandin Anna 2-Problemsichtung
Ohne Fleiß kein Preis. Studienteilnehmerin Anna hat schon erkannt, dass sich unter dem Deckelchen leckere Kolbenhirse befindet. Doch wie kann sie nun an den wohlschmeckenden Snack gelangen? Phase Eins der Studie - Die Wahrnehmung des eigentlichen Problems:
Auf dem Behälter zu stehen bringt keinen Erfolg. Das hat das weibliche Versuchsobjekt schnell begriffen. Aber irgendwie muss die Abdeckung vom Behältnis runter!



Studie-Probandin Anna 3-Problemlösung Studie-Probandin Anna 4-Belohnung
Phase Zwei der Studie - Die Lösung der scheinbar kniffligen Aufgabe:
Probandin Anna stellte der Versuchsaufbau vor nicht allzu große Probleme. Mit ihrem alltäglichen Werkzeug, ihrem Schnabel, schaffte sie es geschickt den Deckel auf die Seite zu heben. Für einige ihrer Studienkollegen stellte dieser Versuchsaufbau eine unüberwindbare Hürde dar.
Phase Drei der Studie - Das Belohnungsprinzip für den Studienerfolg:
Wer sein helles Köpfchen erfolgsorientiert einsetzt, der wird in der Regel auch fürstlich belohnt. Lange hat es jedoch nicht gedauert, bis Anna Gesellschaft durch ein paar überwiegend männliche Schnorrer hatte. Geteilt hat sie aber immer von Herzen gern ... wahrscheinlich aus purem Mitleid.



Beobachtungsstudie-Probandin Anna
Studienfazit:
An Genialität war Anna jedenfalls kaum zu übertreffen, hat sich doch, wie das Video auch veranschaulicht, als besonders brillanter Kopf erwiesen ... und sie steht natürlich, wie die allermeisten Wellensittiche unheimlich auf Kolbenhirse, was ihr wohl zusätzlichen Antrieb für ihren tollen Studienerfolg gegeben hat. Im obigen Video zeigt sie ganz ohne Scheu, mit welchem Trick man kinderleicht und blitzschnell an die Leckerei in der Pertischale gelangen kann. Ihre Technik hat sie dabei so perfektioniert, dass einem schon beim bloßen Zuschauen nur noch schwindlig werden kann. Kein Wunder, dass sich die überaus faulen Jungs an die Fersen der gewieften Dame geheftet haben. Aber auch die anderen Weibchen haben sich ebenso als geistig vollkommen ebenbürtig erwiesen. Denn auch Jaqueline, Lia und Penny haben es zum Zeitpunkt der Studie immer wieder geschafft, die Aufgabenstellung ohne Fremdeinwirkung zu lösen. Nur haben sich diese bei ihrer Problemlösung leider nicht gerne filmen lassen.



Studie-Probanden Ronny und Leopold Studie-Proband Rufus
Wer ist hier nun schlau? Die männlichen Probanden, die darauf warten, bis ihnen eine Dame die Dose öffnet und ihnen den Inhalt kredenzt oder die weiblichen Probandinnen, die es durch ihre Eigeninitiative geschafft haben, den Deckel anzuheben, um sich selbst belohnen zu können? Diese Wahl bleibt jedem selbst überlassen. Eines war jedoch sicher. Kaum war der Deckel ab, haben auch die anderen Probanden geschnallt, dass in der Petrischale ein beliebter Gaumenschmaus zu finden ist. Die Herren waren hierbei dann kaum noch zu halten. Sobald es für sie eine Möglichkeit gab, an den schmackhaften Inhalt des Schälchens zu kommen, ohne dass sie sich selbst großartig anstrengen mussten, waren sie zur Stelle und hatten die eigentlich ungerechtfertigte Belohnung unverzüglich vertilgt. Egal wie oft der Versuchsablauf auch wiederholt wurde. Das Ergebnis blieb immer dasselbe. Die Jungs haben es leider nicht ein einziges Mal auf die Reihe bekommen, das Deckelchen abzuheben, um selbständig an die Hirse in der Schale zu gelangen. Dabei hat die schlaue Anna das doch unzählige Male so toll vorgemacht, wie man ohne große geistige und körperliche Betätigung die seltene Belohnung abstauben kann.



Studie-Proband Steve Studie-begehrte Probandin Anna
Es hinterließ schon fast den Eindruck, als wären die Herren des Schwarmes besonders denkfaul ... Moment ... vielleicht sind sie auch einfach nur hyperintelligent, führen den Herrn Züchter gekonnt an der Nase herum und lassen die Damen kurzerhand diese triviale Tätigkeit verrichten, um sich bequem genüsslich an dem Ergebnis laben zu können. Wie auch immer, sonderlich mit Ruhm bekleckert haben sich die männlichen Individuen im Falle dieser Beobachtungsstudie nicht gerade. Anna fühlte sich durch die hervorragende Bewertung nach Abschluss der Studie kaum geschmeichelt, verstand sie die Aufregung um ihre Person auch überhaupt nicht. Doch den Männern, welche sie von nun ab recht anhänglich umgarnten, war sie keineswegs abgeneigt. Sie war sonst stets sehr unscheinbar in ihrem Wesen und wurde von meinen männlichen Schwarmmitgliedern kaum wahrgenommen. Nun erlangte sie quasi über Nacht durch ihre Cleverness schwarmweite Berühmtheit. Denn ihre gute Studienleistung blieb selbst den eher bequemen männlichen Probanden dann doch nicht verborgen ... wer hätte es gedacht. Und so war Anna auf einmal das Weibchen im Schwarm, das von beinahe allen Männchen bezirzt und belabert wurde, als gäbe es keine anderen Mädels mehr. Bei ihr stand nicht nur der protzige Steve Schlange, sondern auch der gut gelaunte Rufus, der zurückhaltende Leopold und sogar der gebrechliche Altgentleman Pablo wurde in Frauensachen wieder aktiv. Neue und vor allem brauchbare Pärchen haben sich so nicht gefunden, wie sich der Herr Züchter das eigentlich durch die Studie vorgestellt hatte. Im Gegenteil. Durch den Intelligenztest hat er eigentlich nur noch mehr Chaos gestiftet und überdies auch noch den Zorn einiger eifersüchtiger Welli-Frauen auf sich gezogen.



Studie-Proband Ronny versucht es bei Lia Studie-Die Studienteilnehmer Jaqueline und Leopold
Denn die Jungs hielten sich von nun ab allgemein an die Damen, welche besonders erfolgreich bei ihrer Studienteilnahme waren. So versuchte es Proband Ronny bei der scharfsinnigen Lia, die sich jedoch nicht beirren ließ und weitestgehend ihrem Bruno treu blieb. Jaqueline habe ich während des Studienzeitraums eigentlich nur dabei entdeckt, wie ihr nach erfolgreicher Problemlösung vor allem Leopold das flauschige Köpfchen massiert hat. Die korpulente Standarddame fand diese gezielte Aufmerksamkeit, die ihrer Person zuteilwurde, ganz toll ... und ihr Steve war gleich vergessen. Leopold krault ihr wohl eindeutig besser das Gefieder als ihr ehemaliger Göttergatte.



Studie-Proband Rufus nach seiner Bewertung Studie-Rufus probiert es bei Ruth
Auch kein leuchtender Stern unter den männlichen Teilnehmern. Welli-Hahn Rufus war, nach mehreren erfolglosen Versuchen an den Inhalt der Petrischale zu gelangen, so deprimiert bezüglich seines schlechten Abschneidens, dass er sich seinen nicht gerade hochleistungsfähigen Hohlkörper ausgiebig von Bonnie kraulen und so über seine Misserfolge hinwegtrösten ließ ... ... Doch so begriffsstutzig war Rufus dann doch nicht, buhlte er nur kurze darauf bereits um die Gunst der klugen Ruth ... denn "nicht ganz so helle" darf man ja bekanntermaßen auch sein, nur zu helfen muss man sich wissen. Seine gutmütige Ehefrau Daphne war nach der Studie für ihn lange Zeit kein Thema mehr. Diese hat ihm seine kläglich gescheiterten Flirtversuche aber sofort verziehen, ansonsten gäbe es jetzt auch keine befrucheten Eier im Nest ( siehe hier ). Als doof, blöd oder geistig minderbemittelt würde der Herr Züchter seine Männchen jetzt auch nicht bezeichnen. Sie legen eben auf andere Dinge im Leben ihre Prioritäten und haben vielleicht alternative, dem Herrn Züchter unbekannte Qualitäten. Prinzipiell sind alle Wellensittiche hochintelligente Überlebenskünstler und viele gefiederte Australier leisten in ganz anderen Aufgabenfeldern schier Unglaubliches ... dennoch in der Wildnis Australiens hätten diese Trantüten von Herren wenig zu melden und würden wohl kaum lange überleben, wenn sie nicht schnell umdenken würden. Vielleicht zeigt das Ergebnis dieser heimischen Welli-Studie auch schon eine Auswirkung der Domestizierung von Hauswellis, die sich aufgrund der sicheren Futterversorgung durch den Herrn Züchter einfach geistig gehen lassen ... oder die Herren versuchen sich gerade an der männlichen Emanzipation. Wer weiß das schon?



Zum Abschluss meiner ganz persönlichen Beobachtungsstudie der letzten Monate lässt sich nur sagen, dass ich ziemlich überrascht wurde. Zum einen haben mich meine sich so zurückhaltenden Männchen enttäuscht, die sich sonst so gerne in den Vordergrund drängen und sich bei der Studie nicht einmal die geringste Mühe gegeben haben, die von mir nachgestellte Aufgabe auch nur im Ansatz zu lösen. Zum anderen haben mich meine Weibchen positiv überrascht. Diese haben sich der typischen Rollenverteilung nicht einfach so untergeordnet, sondern mit dem Versuchsaufbau auch eindeutig bewiesen, dass sie im Falle eines Falles ihre Küken selbst großziehen können, ganz ohne ein träges Hähnchen. Natürlich musste ich solche Situationen, in denen nur noch ein Elternteil seine Küken durchbringen musste, bei der Brut bereits durchleben und weiß deshalb grob, wem ich das zutrauen kann und wem nicht. Dass sich die weiblichen Wellensittiche aber so aktiv an der Studie beteiligt haben, hat mich wirklich erstaunt und gefreut zugleich. Andererseits haben sich aber auch keine weiteren Brutpaare gefunden, waren diese neuen Zusammenkünfte doch vornehmlich platonischer Natur und eher dem eigenen leiblichen Wohlergehen der Herren geschuldet als einer Attraktivitätssteigerung der Männchen gegenüber meinen Weibchen.

[1] J. Chen, Y. Zou, Y.-H. Sun, C. ten Cate, Science 363, 166-167 (2019).

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30. Mai 2019:     Vaterfreuden



Noch ist der stolze Rufus ganz entzückt und hält fleißig Wache vor dem Nistkasten diese Freude dürfte recht schnell verflogen sein, wenn er in knapp drei Wochen vollkommen im elterlichen Alltag untergehen wird. Ganz in der Annahme natürlich, dass das von Daphne gelegte Ei auch ein Küken beinhaltet. Denn ob sich Rufus an dieser Stelle nicht nur über einen leeren Kalkbehälter freut, sondern in diesem auch ein Sprössling heranwächst, wird sich erst in den nächsten Tagen herausstellen. Derweil ist vor allem Lia noch lange nicht im Brutmodus. Die beiden grauen Turteltäubchen tun gerade so als müssten sie gemeinsam, vollkommen zu Unrecht, eine mehrjährige Haftstrafe absitzen. Lia hat am ersten Tag im ungewohnten Separee gar energisch versucht einen Fluchtweg ausfindig zu machen. Vergeblich. Denn nicht alle Wellensittichpaare sind voller Vorfreude bezüglich einer Familienplanung, wenn sie der Herr Züchter aus dem gewohnten Schwarmumfeld pflückt, nur um sie dann in eine brutbedingte Isolationshaft zu sperren. Verständlich. Aber dieses anfängliche Unverständnis ist meist auch kein Zustand von Dauer. Hier siegt bei vielen brutwilligen Wellensittichen dann doch der Paarungsinstinkt, siehe Rufus und Daphne, die sich in den letzten Monaten ja auch regelrecht auseinandergelebt hatten. Vielleicht werden bei Lia ja noch die Muttergefühle geweckt, wenn sie es demnächst bei ihren Nachbarn piepen hört. Und wenn nicht, werden die Beiden selbstverständlich vom Brutvorhaben erlöst und wieder in den Schwarm entlassen.



Guck guck Lia wenig begeistert
Wenn ein Wellensittichpaar gut auf eine Brut konditioniert wurde, dann liegt in aller Regel nach ungefähr 1 bis 2 Wochen ab Datum des Ansetzens in einer Zuchtbox mit passender Nistgelegenheit das erste Ei im Nest. Bei Daphne und Rufus ist somit alles in Butter. Schmollt den Herrn Züchter an, wie er nur so gemein sein kann. Lia ist überhaupt nicht angetan vom Gedanken, Mama werden zu wollen. Dabei ist ihr liebvoller Ehegatte Bruno regelrecht begeistert vom kükenträchtigen Unterfangen und versucht seiner Herzensdame immer wieder den Nistkasten schmackhaft zu machen.



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24. Mai 2019:     Ein hübsches Paar



Zu Daphne und Rufus gesellt sich ein zweites Brutpaar. Dieses besteht aus Lia und Bruno. Im Gegensatz zum routinierten Pärchen, welches ich diese Saison zuerst angesetzt habe, sind die beiden farblich eher monochromen Wellensittiche noch brutunerfahren. Ob Lia und Bruno sich nun auch in der Zuchtbox weiter näherkommen, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Sie waren jedenfalls im Schwarm die letzten Wochen schon schien unzertrennlich unterwegs und Lia zeigte in den vergangenen Tagen zudem ein großes Interesse an meiner Nistkastenattrappe. Hoffentlich halten die Beiden diese Brutfreude aufrecht. Ein paar Küken von Ihnen wären jedenfalls eine nette Abwechslung zu ihren bunten Artgenossen, wobei ich mich hier nicht beschweren möchte und ich bei meinen Wellensittichen eigentlich um jedes Küken froh bin.

Unter dem Menüpunkt "Abzugeben" ist auch der Brutstatus von Lia und Bruno zu finden.



Beinahe unsichtbar Liebevolle Liebkosungen
Auch wenn sich die zwei Wellensittiche auf diesem Bild gut tarnen können, der Herr Züchter sieht alles. Lia ist ein wenig älter als ihr Auserwählter. Und während beim Alter der Beiden durchaus eine Diskrepanz besteht, so sind sich die Wellensittiche in Bezug auf eine Brut wiederum sehr ähnlich. Sie hatten alle beide bislang noch nicht das Vergnügen kleine hungrige Nesthocker durchzufüttern. Wenn sich zwei Wellensittiche so zärtlich liebkosen, wie Lia und Bruno, dann sollte man ihnen als Züchter auch die Chance auf eine Brut gewähren.



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19. Mai 2019:     Schluss mit lustig, jetzt wird's ernst!



Nach einer eher suboptimal verlaufenen, aber wissenschaftlich fundierten Methode Wellensittiche füreinander interessanter zu machen, habe ich heute zum Brutstart nach langer Pause zuerst einmal ein altbewährtes Ehepaar auf ganz klassische Weise zur Brut angesetzt. Rufus und Daphne sind hierbei die mehr oder minder freiwilligen Auserwählten. Die zwei Wellensittiche hatten sich durch meine letzte Aktion, die ich demnächst präsentieren werde, partnermäßig sogar eher umorientiert. Aber tief im Innern sind sie sicherlich immer noch fest miteinander verbunden ... nehme ich jetzt einfach mal so an und habe sie deshalb testweise zusammen einfach so in eine Zuchtbox gesteckt. Sonst wird das ja auch gar nichts mehr mit Küken in diesem Jahr. Die Gefühle füreinander werden die Beiden schon wiederfinden, vor allem wenn Daphne erst einmal den Nistkasten für sich entdeckt hat ... Daumen drücken schadet dennoch nicht.

Der Brutstatus befindet sich auch ganz kurz und knapp und übersichtlich unter dem Menüpunkt "Abzugeben".



Daphne ist sich noch unsicher Rufus schaut bedroeppelt
Wenn die Wellensittiche aus dem Schwarm in eine Zuchtbox kommen, schauen sie meist sehr deprimiert aus der Wäsche. Das Verhalten legt sich aber nach ein paar Tagen recht schnell, wenn das Pärchen in Brutstimmung kommt.



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15. Mai 2019:     VERMITTLUNG: Ein bunter Haufen sucht ein neues Heim!



Kurzes Update zum Status der Vermittlungswellis. Die Wellensittiche haben ein neues Zuhause gefunden und sind nicht mehr zu haben.



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5. Mai 2019:     Huhu Herr Züchter! Wann geht's endlich los?



Gute Frage. Ich habe dieses drängende Anliegen einfach mal direkt an meine Wellensittiche weitergereicht ...
Schnäbeln ja, mehr aber nicht. Scheinbar wissen die kleinen Kerlchen, was passiert, wenn es zu körperlichem Kontakt zwischen den quirligen Australiern kommt. Man wird brutal aus dem Schwarmalltag gerissen, kommt in eine muffige Zuchtbox und muss dann nach einer gewissen Zeit auch noch kleine kreischende Schnäbelchen stopfen. Da soll nochmal jemand sagen, Wellensittiche wären nicht intelligent. Meine Zwerge wissen genau, wie man das Leben auch ohne Brutstress genießen kann. Das ist natürlich schlecht für den Herrn Züchter, aber überaus gut für ein entspanntes Schwarmklima. Sie würden sich ja auch selbst aus dem Paradies vertreiben. Wozu deshalb auch der Aufstand des Herrn Züchters?



Kokosnuss Nistkastenattrappe
"Die faulen Methoden des Herrn Züchters zur wellischen Verführung kennen wir schon. Wieder eine Kokosnuss, voll langweilig das Teil ... ... und in so einen doofen Nistkasten, den wir nicht mal benutzen können, kann er selber reinhocken."


Mandy krault Ronny
Doch noch gibt es Hoffnung in aller Trübseligkeit. Nach einem kleinen Techtelmechtel zwischen Ronny und Lea, ist der große grüne Wellensittich seiner alten, ebenso großen Liebe wieder vollkommen verfallen. Wahrscheinlich krault Mandy ihm die aufgedunsene Standard-Rübe einfach viel liebevoller als die sowieso schon sehr betagte Lea, die bereits mit ersten Anzeichen einer Arthrose zu kämpfen hat und sowieso nicht mehr einsatzfähig wäre. Lange hält diese putzige Kraulzeremonie jedoch nicht an. Denn auch unter den Wellensittichen hat es sich rumgesprochen, wenn der Herr Züchter auf der Lauer liegt und er sich dieses liebkosende Treiben in vollkommender Zufriedenheit anschaut, dann heißt das für die betroffenen Wellensittiche auf nicht allzu lange Sicht den sicheren Abflug in eine Zuchtbox. Ronny und Mandy machen nämlich noch ganz andere Dinge, wenn die Kamera gerade mal nicht läuft. Auf jeden Fall sind die beiden Standards zwei potenielle Kandidaten für einen baldigen Brutversuch. Beim letzten Mal hatte sich die Mandy noch ein wenig von ihrer zickigen Seite gezeigt, während der Ronny einer Brut nicht abgeneigt war.




Auch wenn es vielleicht nicht gerade den Eindruck hinterlässt, auch ich hätte zur Abwechslung gerne mal wieder ein paar flaumige Küken am Start. Aber trotz einer langen Erholungsphase und der ausgiebigen Konditionierung für die Brut, gehen die frechen Federbällchen viel lieber ihren eigenen Tagesbeschäftigungen nach oder modeln dann sogar eher noch vor laufender Kamera als sich der Familienplanung zu widmen und nach der Pfeife des Herrn Züchters zu tanzen. Das hat natürlich den positiven Nebeneffekt, dass ich schon ein paar erste neue Kalenderbilder für 2020 im Kasten habe, da es auch hier schon diverse Anfragen gab. Aber auch wie bei den Küken, wird auch der Kalender noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, denn die gefiederten Models lassen sich bei einer Fotosession gerne ebenso bitten. Auch meine sonst so erfolgreichen Versuche, die Bande in Brutstimmung zu versetzen schlugen bislang allesamt fehl. So werden die eigentlich geliebte Kokosnuss und auch meine begehrte Nistkastenattrappe, die ich zur Anregung des Bruttriebs einsetze, regelrecht verschmäht und nicht mal mit dem flauschigen Hinterteil angesehen. Stattdessen werden lieber die tollen Spielzeuge zerlegt, harmlose Kraulspielchen betrieben oder ausgiebige Schläfchen gehalten. Die Wellensittiche wissen eben, wie man mit dem Herrn Züchter umgehen muss. Ganz schön clever aber auch, diese Mini-Papageien.



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15. April 2019:     "Die immergrüne Delikatesse"



Osterbrunnen


Auf dem obigen Bild gut zu erkennen, der Rosmarin. Da in vielen Gärten der immergrüne Halbstrauch den Winter gut überstanden hat und nun schon mit seinen bläulich-violetten Blüten die warmen Tage begrüßt, blieb die Frage nicht aus, ob man das penetrant riechende Küchengewürz eigentlich auch den Wellensittichen anbieten kann. Grundsätzlich ist das möglich und auch meine wählerischen Zwerge dürfen an dem erfrischenden Grünzeug knabbern. Dennoch enthalten die Rosmarinblätter diverse ätherische Öle und Gerbstoffe. Diese wiederum können bei vermehrter Aufnahme durch die gierigen Schnabeltiere bei selbigen zu Reizungen der Schleimhäute führen. Vielen Wellensittichen ist der starke Geruch der Inhaltsstoffe des Rosmarins aber zu viel des Guten und sie verschmähen ihn deshalb. Auch ich habe nicht allzu viele Liebhaber dieser Heilpflanze in meinem Schwarm. Und da es gerade auch zur Osterzeit passt. Meine Jungs scheuen dieses auch als Weihrauchderivat bekannte mediterrane Kraut tatsächlich wie der Teufel das Weihwasser. Ein paar meiner Damen jedoch sind ganz hin und weg von diesem seltenen Knabberspaß und kaum zu halten, sobald der Rosmarin zur Verkostung in der Voliere seinen Platz findet. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, verwenden insbesondere Wellensittichweibchen gerne stark riechende Kräuter, um sich entsprechend mit deren Duftölen einzureiben. Das sorgt nicht nur für grenzenlose Aufmerksamkeit beim anderen Geschlecht, auch der Notstand der nicht täglich verfügbaren Möglichkeit der wellischen Körperhygiene wird hier dadurch gekonnt überwunden, denn der gar nicht so liebliche Wohlgeruch wird auch gerne mal unter den Flügelchen aufgetragen. Ob das natürliche Duftwasser bei den Mädels Wirkung zeigt kann ich noch nicht absehen, denn aktuell suchen meine Herren noch schnurstracks das Weite sobald meine weiblichen Mottenkugeln auf Männerfang aus sind. Eines haben die Weibchen nun aber geschafft, es riecht derzeit ziemlich streng in meinem Zuchtraum, ähnlich wie in einer gut sortierten Seifenboutique oder eben ganz so als ob dem schusseligen Herrn Züchter eine Flasche mit Badezusatz zu Bruch gegangen ist.



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7. April 2019:     "Ach du dickes Ei!"



Dickes Ei


Anbei ein paar dicke Ostergrüße meinerseits an sämtliche Welli-Halter, Besucher des Sittichparks und Leser dieser Seite. Das zu groß geratene Osterei, welches die Wellensittiche hier bei ihrer vorösterlichen Eierjagd entdeckt haben, passt aktuell ganz gut zu der Handvoll sich ähnelnder Fragen, die bei mir in den letzten Monaten eingegangen sind. Mehr dazu aber zu gegebener Zeit, denn das würde an dieser Stelle eindeutig den Rahmen sprengen. Und um weiteren Fragen vorzubeugen ... Das Wellensittichweibchen, welches zu diesem Ei passt, ist mir leider noch nicht untergekommen. Bezüglich einer Nachzucht wäre ich an einem Welli-Pärchen in diesem Ausmaß jedoch stark interessiert. Hinweise daher immer gerne an mich.



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3. April 2019:     "Brutvorbereitungskurs ..."



... wohl eher nicht, auch wenn mir das natürlich lieber wäre. Sonst kann ich mich ja bald nicht mehr Herr Züchter schimpfen bei diesem akuten Kükenmangel. Stattdessen gibt es eine ganz besondere Yogastunde mit Entspannungsexpertin Lia. Ich habe versucht die Übung haargenau nachzumachen, Lias Anleitung entsprechend. Das Ergebnis ... einige Gläser gingen zu Bruch, überall blaue Flecken und 'nen Hexenschuss. Die graue Maus ist aber auch extrem biegsam. Das Video zeigt jedoch eindeutig, dass meine Wellensittiche einer eigentlich angedachten Brut ziemlich entspannt entgegen blicken ... so entspannt, dass diese kleinerlei Drang verspüren an der aktuell seelenruhigen Situation etwas zu aktiv ändern. Warum auch? Ich habe mir aber schon etwas einfallen lassen, wie ich zumindest die Damen bruttechnisch ankurbeln kann. Vielleicht klappt's ja.

Die ultimative Entspannungsübung
Vorsicht! Nicht nachmachen! Die folgende Übung ist wohl nur für sehr gelenkige Wellensittiche bestimmt. Da können selbst die männlichen Artgenossen nur stauen, mit welcher Anmut und Gelassenheit Lia hier ihre Lieblingsübung vorturnt.